Meister der Sandstein-Kurven

20.01.2013 | 00:00
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Wenn man Kukus (Kuks) sagt, kommt vielen das Hospital von der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert mit seiner umfangreichen Skulpturenverzierung in den Sinn. Diese Galerie unter freiem Himmel ist ein Beleg für die einzigartige Bildhauerfertigkeit des bekanntesten in Böhmen tätigen barocken Bildhauers - Matthias Bernard Braun. Geboren wurde er am 24. Februar 1684 im österreichischen Stautens, unweit von Innsbruck, und er starb vor 275 Jahren, am 15. Februar 1738 in Prag.

Den größten Teil seines Künstlerlebens war er in Böhmen tätig, wo er eine Frau für sich fand, mit der er zwar fünf Kinder hatte, aber keines von ihnen geriet nach dem Vater. Seine Bildhauerwerkstatt in Prag brachte ihm 900 Gulden jährlich ein. Mit der Zeit besaß er drei Häuser, einen Obstgarten mit einem Lusthaus, er lebte ein herrschaftliches Leben und war neustädtischer Wappenbürger, der „gestrenger Wladika“ angeredet wurde. Ein großer Förderer seiner Kunst war der Graf Franz Anton von Sporck, für den er die bekannte Galerie der Sandsteinskulpturen der zwölf Tugenden und der zwölf Laster vor dem Spital in Kukus schuf. Brauns Werk beherrscht viele bedeutende Orte in Böhmen, die Skulpturen der Karlsbrücke oder die Dreifaltigkeitssäule, die 1717 auf dem Stadtplatz in Teplitz(Teplice) aufgerichtet wurde. Aber es waren auch Hundert e von Aufträgen für Prager Palais, Gärten, Kirchen und viele weitere Orte in Böhmen, was er nicht allein bewältigen konnte. Die Arbeit brachte ihm bald die Schwindsucht ein. Deshalb schuf er nur Entwürfe oder Modelle, denen unbekannte Beschäftigte seiner berühmten Werkstatt die endgültige Gestalt verliehen.

Er ist aber auch Autor von vierzig grotesken Skulpturen von Zwergen wie weiteren, fast bizarren Callot-Gestalten. Als Vorlage dienten ihm Kunstdrucke von Jacques Callot (1592 – 1635), eines Malers, Graveurs, Kupferstechers und Meisters der Radierung aus Lothringen, dessen Scha en die Eindrücke aus den erlebten Schrecken des Dreißigjährigen Krieges beein ussten. Was der Grund für Brauns „Rückzug“ von seiner spitzenmäßigen barocken Bildhauermeisterschaft war, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall können Sie die besagten „Gestalten“ heute zum Beispiel auf dem Schloss in Neustadt an der Mettau(Nové Mesto nad Metují) bewundern.

-lucas-



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