Duelle haben eine Tradition seit dem Mittelalter, als sie Bestandteil des damaligen Rechtssystems waren. Damals gab es den Begriff des sogenannten „Gottesgerichts“. Wenn ein Richter nicht in der Lage war zu entscheiden oder nicht entscheiden wollte, wer in einem Streit schuldig und wer unschuldig ist, überließ er dies der Vorsehung. Gott sollte entscheiden.
Es gab mehrere Arten von Gottesgerichten und unter ihnen ragte das Duell heraus. Es war eine geeignete Möglichkeit zur Klärung von Streitigkeiten aller damaligen gesellschaftlichen Gruppen, auch Frauen konnten an ihm teilnehmen. Adelige kämpften mit Schwertern gegeneinander, Nichtadelige mit Knüppeln. Wenn eine Frau in der Rolle des Klägers kämpfte, so wurde ihr Gegner auf gewisse Weise mit einem Handicap versehen, damit sie eine Möglichkeit hatte, gegen den Mann erfolgreich zu sein.
Im 14. Jahrhundert geht der Blick auf Duelle als Bestandteil des Willens Gottes allmählich verloren. Auch die Kirche stellt sich gegen sie, da oftmals derjenige siegte, der in Wahrheit schuldig war, und da das Gottesgericht mit der Logik von Gerechtigkeit wenig gemein hatte. Duelle wurden deshalb quer durch die einzelnen Rechtsordnungen in ganz Europa verboten, aber dennoch gab es sie weiterhin und es starben in ihnen Tausende hochgestellter Personen.
Als Duelle den Ausdruck von Gerechtigkeit verloren, wurden sie zu einem Bestandteil des kulturellen Lebens oder der Mode höherer Schichten, vor allem des Adels. Im 16. und 17. Jahrhundert trafen die Gegner vor allem mit Schwertern und Degen aufeinander. Der Adel klärte mit Duellen Streitigkeiten und bewies mit ihnen, z. B. in Frankreich, auch seine Macht – die Verletzung des königlichen Verbots von Duellen deutete an, dass der König keine uneingeschränkte Autorität besaß. Viele Angehörige des höchsten Adels gerieten wegen der Nichteinhaltung des Duellverbots damals bis aufs Schafott.
Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert und das gesamte 19. Jahrhundert war eine Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen. Duelle besaßen aber weiterhin große Beliebtheit, sie wurden zu einer Lösung privater wie politischer Streitigkeiten. Die häufigsten Waffen waren Säbel und Pistolen. Obgleich Duelle verboten waren, allgemein wusste man von ihnen und sie wurden auch toleriert.
Letzte Duelle in den böhmischen Ländern wurden noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts registriert.
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