Kennen Sie den böhmischen Chronisten Gerlach (Jarloch)? Der erste Abt des Prämonstratenser-Klosters in Mühlhausen (Milevsko), Gerlach, hinterließ den künftigen Generationen eine bedeutsame Quelle über die böhmische Geschichte.
Gerlach war einer der sogenannten Kosmas- Fortsetzer, ein böhmischer Chronist und Abt des Mühlhausener Klosters. Gerlach ist Autor einer Chronik, einer wertvollen historischen Quelle über geschichtliche Ereignisse der frühen Periode der Geschichte des Klosters in Kanitz (Dolní Kounice), die an die Vinenz-Chronik anknüpfte. Die Chronik ist auch ein Beleg für die Existenz der großen Mühlhausener Bibliothek. Ihre Erstellung ist eine Quelle sog. narrativen oder erzählerischen Charakters, deshalb ist ihre Erstellung mit Vorsicht zu genießen. Wie auch bei anderen mittelalterlichen Quellen, ist auch bei der Chronik des Mühlhausener Abts die genaue Zeit der Niederschrift nicht ganz bekannt. Eine der Versionen besagt, dass die Chronik in den Jahren 1214 – 1222 abgefasst wurde. Viel wichtiger als die Zeit der Niederschrift ist die Periode, die Gerlachs Chronik darstellt. Gerlach bemühte sich in seiner Chronik, die wichtigsten Ereignisse ab dem Jahr 1167 bis 1198 zu erfassen. Das Werk erzählt auch vom Koster in Kanitz, von seiner Entstehung und Geschichte. Der Chronist Gerlach schließt seinen Bericht 1198, als Přemysl Otakar I. zum böhmischen König gekrönt wurde. Gerlach konnte sein Werk nicht beenden, was unendlich schade ist, da er Zeuge weiterer bedeutender Ereignisse war. Gerlachs Chronik befindet sich in der Strahov-Bibliothek in Prag.
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