Geheimnis verborgen im Schoß des Erzgebirges

08.06.2025 | 20:07
Unverarbeitetes Gestein aus Ciboušov

Die Erforschung des Inneren des Erzgebirges ist den vom Herrscher beauftragten Prospektoren zu verdanken. Die eigentliche Arbeit leisteten jedoch die Bergleute, die diese Landschaft und das Leben darin maßgeblich prägten. Zu den bedeutenden Fundstellen von Edelsteinen gehört die Lokalität Ciboušov nordöstlich von Klášterec nad Ohří. 

Der Abbau des Materials erfolgte hier am Hang des Erzgebirges oberhalb der Ortschaft. In den 1980er Jahren wurde an der Fundstelle eine umfangreiche archäologisch-geologische Untersuchung durchgeführt, die die örtliche Förderung in das 14. Jahrhundert datierte. Die hydrothermale Erzader des abgebauten Rohstoffs verläuft in Nord-Süd-Richtung, mit Ausläufern zwischen den Gipfeln Holubí vrch (Taubenberg), Kozí hřbet (Ziegenrücken) und Liščí doupě (Fuchsbau). Während das Vorkommen der Quarzader am Doupňák auf dem nach Norden abfallenden Gipfelbereich liegt (540 bis 570 m ü. M.), befindet sich die Lagerstätte von Ciboušov an einem südlich ausgerichteten Hang in einer Höhe von 450 bis 460 m ü. M. Zwischen 1780 und 1820 wurden oberhalb von Ciboušov violette Amethyste von italienischen Prospektoren gesammelt. Ein Teil davon gelangte durch Ankauf vom Prämonstratenserkloster auf dem Strahov in die Sammlung des Lehrstuhls für Mineralogie an der Universität für Chemie und Technologie in Prag. Nachdem auf die Ähnlichkeit der Musterung dieser Steine mit mittelalterlichen Intarsien auf der Burg Karlštejn sowie in der Wenzelskapelle des Veitsdoms hingewiesen wurde, bestätigten spätere Analysen, dass es sich nicht um einen zufälligen Vergleich handelt. Heute wissen wir, dass diese Steine von Karl IV. zur Ausschmückung seiner prächtigsten Kapellen verwendet wurden. Die ursprüngliche Abbaustätte ist heute ein geschütztes Naturdenkmal. Von der Schönheit der Erzgebirgsgesteine können Sie sich bei einem Besuch der lokalen mineralogischen Ausstellungen im Franziskanerkloster in Kadaň oder im Schloss Klášterec nad Ohří selbst überzeugen.

Miroslav Foltýn, Foto © M. Foltýn 


Beispiele von poliertem Jaspis und zoniertem Amethyst 
aus der Fundstelle Ciboušov


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